Biografie

 

Uwe Busse – Mensch, Musiker, Macher

Seine Stücke haben alle eines gemeinsam: Sie erzählen Geschichten, mit Menschen – sind mitten aus dem Leben. So reich wie sein eigenes Leben: „Das Songmaterial, das ich zusammengestellt habe, ist Ausdruck meiner persönlichsten Gefühle. Die Erfahrungen und Erlebnisse, die sich dahinter verbergen, möchte ich mit dem Publikum teilen.“

Abwechslungsreich wie das musikalische Repertoire von Uwe Busse:

Aber auch sein Werdegang ist nicht ohne Wellentäler – doch meistens war die Musik der Anker, egal, ob er als Kind im Posaunenchor der Kirche spielte, Schlager mit den „Helli Boys“ in den Siebzigern coverte oder mit seiner Heavy Metal-Band „Phoenix“ selbst während seiner Hochzeit spielen musste.

Am 1. September 1960 kam Uwe in einer kleinen Wohnung über einer Gaststätte in Frielinghausen nahe Wuppertal zur Welt. In der Kneipe unter der Wohnung stand ein Klavier und seine Mutter Elfriede erzählte stets, dass ihn das Instrument schon magisch anzog, als er nicht mal ein Jahr alt war.

Nachdem seine Eltern 1972 eine Tankstelle in Northeim übernahmen, war die Musik bereits fester Bestandteil seines Lebens geworden. In der Schule interessierte Uwe nur der Musikunterricht und so ergab es sich fast automatisch, dass er auch nach dem Unterricht in einer Band spielte.

Die Tankstelle seines Vaters Fritz war dabei ein wichtiger Angelpunkt in seinem Leben. Hier verdiente er sich nicht nur Geld für die Anschaffung von diversen, heiß begehrten Instrumenten, z. B. einer Heimorgel, sondern es sollte ihn hier auch sein persönliches
Schicksal ereilen.

Es gab in dieser Zeit auch eine Tanzkappelle, die „Helli Boys“, in der Uwe an den Wochenenden aushalf, wenn mal Not am Mann war – und das kam oft vor. Teenager Uwe spielte dort als Schlagzeuger das gesamte Schlagerrepertoire der siebziger Jahre. Kein Wunder also, dass Schlager für Uwe Busse bis heute kein „Niemandsland“ sind.

1977 dann ein Wendepunkt in seinem Leben: Uwe lernte seine Frau Kathrina kennen, die Liebe seines Lebens und noch immer sind die beiden glücklich zusammen. Seine Begegnung mit Katharina ist ihm bis heute fest ins Gedächtnis gebrannt: „Als ich den kleinen Raum hinter unserer Tankstelle betrat, wusste ich noch nichts von der neuen Mathe-Nachhilfelehrerin meines kleinen Bruders. Als ich den blonden Engel damals, sah war es um mich geschehen.“

Dass Uwe und seine Bandmitglieder von „Sunshine Corner“ um ihre erste Schallplatte kamen, weil sie die „Flippers“ für unmöglich hielten – ist eigentlich nicht zu fassen! Empört standen sie damals auf, als ihnen nach dem Gewinn eines Wettbewerbs von „Plattenmogul“ Andy van Dirk ein Vertrag angeboten wurde. Uwe ist noch heute erstaunt über die Episode: „Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich genau diese Flippers zehn Jahre später kennen lernen und mit ihnen den vielleicht größten Erfolg meines Lebens haben würde, ich hätte es nie geglaubt.“

Dann folgte Uwe Busses Heavy Metal-Phase – lange Mähnen, hautenge Lederhosen und Mucke à la Deep Purple. Kreuz und quer tourten sie als „Phoenix“ durch Deutschland, begehrt, aber
immer pleite. Und so musste Uwe dann selbst 1980, als er Katharina heiratete, noch spielen – am Hochzeitstag!

Doch lassen wir ihn selber erzählen: „ Meine Mutter hatte mir, nachdem ich bei jeder Familienfeier mit Abwesenheit glänzte (immer unterwegs zu Auftritten mit der Band) prophezeit, dass ich irgendwann mal keine Zeit für meine eigene Hochzeit haben würde. Sie
hatte Recht.

Da mein Kalender an allen Wochenenden randvoll mit Auftrittsterminen war, fanden wir keinen geeigneten Termin zum Heiraten. Nach einem Riesentheater mit Katharina, ihren Eltern und meinen, hatten wir endlich eine Lösung: Ich ließ mich krankschreiben.

Meine Familie und alle waren sehr glücklich, nur die Jungs von meiner Band nicht. Hatten wir doch noch erhebliche Schulden für die Anlage zu bezahlen und der Veranstalter des geplanten Rockfestivals, ein knallharter Typ, bestand auf den unterzeichneten Vertrag. So kam es, dass die „Phoenix“-Jungs meinen Vater aufsuchten und ihm ihr Leid klagten. Und der hatte die rettende Idee.

Die Braut wurde entführt! Nach der kirchlichen Trauung wurde im Haus meiner Schwiegereltern kräftig gefeiert. Als das Abendessen zu Ende und meine Großmutter, die damals noch lebte, schon leicht beschwipst war, fuhr irgendwann unser Bandbus vor und die
Braut wurde entführt.

Nachdem bekannt werden der Entführung forderte man mich auf, doch gleich nach ihr zu suchen. Ich weiß noch, dass meine Mutter, die von all dem nichts wusste, mir noch hinterher rief: „Hast du auch genug Geld dabei?“ (klar, um die Braut auszulösen). Ich machte mich also auf den Weg in die Konzerthalle, legte meinen Auftritt hin und musste – gottseidank – keine Lokalrunde geben. Das wäre bei 1000 Konzertbesuchern ziemlich teuer geworden.

Die Brautentführung ist übrigens bis jetzt ein Geheimnis zwischen meinem Vater, der Band, Katharina und mir geblieben.“


(Quelle: Uwe Busse)

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